Jeden Rotwein hier haben wir selbst im Glas gehabt, bevor er ins Sortiment kam. Wir sind kein Regal, sondern ein Haus, das Tastings veranstaltet — und wir verkaufen nur, was wir auch ausschenken würden.
Ob ein Roter kräftig wirkt, entscheidet nicht der Alkohol, sondern das Tannin und die Fassreifung. Beides steht bei jeder Flasche und lässt sich oben filtern, zusammen mit Land, Rebsorte und Geschmacksrichtung. Wer es weich mag, filtert auf weiches Tannin; wer Wucht sucht, auf kräftiges.
Je kräftiger das Gericht, desto mehr Tannin verträgt der Wein. Zum Steak ein Tempranillo aus der Rioja oder ein Ribera del Duero, zur Pasta mit Tomatensauce ein Primitivo, zum Braten ein gereifter Spätburgunder. Zu Fisch geht Rotwein nur, wenn er kaum Tannin hat und kühl serviert wird.
Trocken heißt höchstens 4 g Restzucker je Liter, bei hoher Säure bis 9 g. Die allermeisten Rotweine sind trocken ausgebaut; Süße spielt hier fast keine Rolle. Was viele für süß halten, ist reife Frucht bei hohem Alkohol, kein Zucker.
Spanien liefert Tiefe und Fassreifung zum fairen Preis, Italien die Frucht und die Säure für den Teller, Deutschland die leichten, kühlen Roten. Wer sich nicht entscheiden kann, nimmt aus jedem Land eine Flasche und probiert sie an einem Abend nebeneinander.
Der Sprung im Glas ist zwischen 8 und 15 € am größten. Darüber zahlt man für Lage, Fass und Reifezeit — spürbar, aber nicht mehr sprunghaft. Unter 6 € wird es beliebig.
Liegend, dunkel, 10 bis 14 °C, ohne Temperatursprünge. Serviert wird bei 16 bis 18 °C — nicht zimmerwarm im heutigen Sinn. Junge, tanninreiche Weine gewinnen durch Dekantieren, ältere brauchen eher Vorsicht als Luft.
Zwischen 16 und 18 °C, kräftige Weine eher am oberen Ende, leichte wie Spätburgunder bei 14 bis 16 °C. Zimmerwarm im heutigen Sinn ist zu warm — die Regel stammt aus Zeiten ungeheizter Räume. Im Sommer hilft eine halbe Stunde im Kühlschrank.
Drei bis fünf Tage, verschlossen und kühl gelagert. Tanninreiche Weine halten länger als leichte, weil Tannin den Sauerstoff abpuffert.
Ein junger Tempranillo oder ein Spätburgunder: wenig Tannin, klare Frucht, kein Fassdruck. Beide bekommt man gut unter 15 €.
Junge, tanninreiche Weine profitieren vom Belüften. Bei älteren ab etwa zehn Jahren geht es eher um das Depot als um Luft. Bei Alltagsweinen genügt es, die Flasche eine halbe Stunde vorher zu öffnen.
Ja, die große Mehrheit unserer Rotweine ist trocken. Welche Geschmacksangabe ein Wein hat, siehst du im Filter „Geschmack“ und aufgeklappt unter den Angaben zum Wein. Magst du es etwas süßer, findest du unsere halbtrockenen und lieblichen Weine auf einer eigenen Seite, verlinkt unter „Zum Nachlesen“.
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