Jeden Weißwein hier haben wir selbst verkostet, bevor er ins Sortiment kam. Der Schwerpunkt liegt auf deutschen Lagen — Rheinhessen, Nahe und Baden — und was hier steht, schenken wir auch in unseren Tastings aus.
Bei Weißwein entscheidet die Säure, ob ein Wein frisch oder weich wirkt — nicht der Alkohol und meist auch nicht die Restsüße. Beides steht bei jeder Flasche und lässt sich oben filtern, zusammen mit Land, Rebsorte und Körper. Wer es spritzig mag, filtert auf frische Säure; wer es cremig mag, auf milde.
Je zarter das Gericht, desto leichter der Wein. Zu Fisch und Meeresfrüchten ein Riesling oder Albariño, zu Spargel ein Weißburgunder oder Silvaner, zu gebratenem Geflügel ein Chardonnay aus dem Barrique. Zu Salat kommt es auf das Dressing an — je säurehaltiger, desto säurehaltiger auch der Wein.
Riesling bringt Säure und Zitrus, er bleibt auch bei Reife schlank. Die Burgundersorten — Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay — sind runder und breiter, sie vertragen Holz und passen zu kräftigerem Essen. Sauvignon Blanc ist der aromatischste der drei: Stachelbeere, Holunder, frisch geschnittenes Gras. Riesling führt bei uns, dicht gefolgt von Chardonnay und den Burgundern.
Trocken heißt höchstens 4 g Restsüße je Liter, bei hoher Säure bis 9 g. Halbtrocken reicht bis 12 g, feinherb ist rechtlich gar nicht definiert und meint in der Praxis dasselbe Feld. Gut neun von zehn Weißweinen hier sind trocken ausgebaut — wer es weicher mag, findet trotzdem etwas.
Die meisten Flaschen hier liegen unter 15 €, und in dieser Spanne bekommt man bei Weißwein mehr als bei Rotwein: es muss kein Jahr im Holzfass bezahlt werden. Darüber zahlt man für Lage, Ertragsbegrenzung und Hefelager — spürbar, aber nicht mehr sprunghaft.
Liegend, dunkel, 10 bis 14 °C. Serviert wird bei 9 bis 12 °C — kräftige Weine wie ein gereifter Chardonnay eher am oberen Ende, leichte am unteren. Zu kalt ist der häufigere Fehler als zu warm: unter 8 °C verschwindet das Aroma, und der Wein schmeckt nur noch nach Säure. Mehr dazu in der Trinktemperatur.
Zwischen 9 und 12 °C. Direkt aus dem Kühlschrank ist zu kalt — zwanzig Minuten vorher herausstellen genügt. Je kräftiger der Wein, desto wärmer darf er sein: ein im Holz ausgebauter Chardonnay verträgt 12 bis 13 °C, ein leichter Riesling will 9.
Zwei bis drei Tage, verschlossen im Kühlschrank. Kürzer als bei Rotwein, weil Weißwein kein Tannin hat, das den Sauerstoff abpuffert. Säurereiche Weine halten länger als weiche.
Ein trockener Weißburgunder oder ein Grauburgunder: milde Säure, klare Frucht, kein Holz. Beide bekommt man gut unter 12 €. Riesling lohnt sich als zweiter Schritt, wenn klar ist, ob man Säure mag.
Die meisten sind für die ersten drei Jahre gemacht und gewinnen danach nichts mehr. Die Ausnahme ist Riesling: ein guter kann zehn Jahre und länger, dabei verliert er Frucht und bekommt Petrolnoten — das mag man oder nicht. Mehr dazu unter Weinlagerung.
Fast alle unsere Weißweine sind trocken. Die Geschmacksangabe steht an jedem Wein und lässt sich im Filter „Geschmack“ auswählen. Für Weißweine mit etwas Restsüße, etwa feinherb oder lieblich, gibt es eine eigene Seite, verlinkt unter „Zum Nachlesen“.
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