Die Karibik bildet den Schwerpunkt unseres Rum-Regals — Dominikanische Republik, Barbados, Martinique — dazu Mittel- und Südamerika von Panama bis Peru und einzelne Flaschen von den Philippinen und aus Japan. Melasserum stellt die größte Gruppe; daneben steht Rhum Agricole aus frischem Zuckerrohrsaft. Welcher zu dir passt, sagen wir dir gern — oder du probierst ihn bei einem unserer Tastings in Baden.
Am meisten verraten Rohstoff und Herkunft. Oben im Filter wählst du Sorte, Fass, Land, Stil und Reifezeit. Wer es weich und rund mag, sucht im spanischen Stil aus der Dominikanischen Republik, Panama oder Venezuela; wer Kraft und Frucht will, schaut nach Jamaika oder Barbados.
Die meisten Rums werden aus Melasse gebrannt, dem dunklen Sirup, der bei der Zuckerherstellung übrig bleibt. Rhum Agricole entsteht aus frisch gepresstem Zuckerrohrsaft und schmeckt grasiger und frischer. Zuckerrohrhonig ist eingekochter Saft — ein Mittelweg, verbreitet etwa in Guatemala.
Grob unterscheidet man drei Traditionen (Rum-Stile): den spanischen Stil, leicht und rund aus der Column Still; den englischen Stil, schwerer und aromatischer, oft mit Anteilen aus der Pot Still — Jamaika, Barbados, Guyana; und den französischen Stil des Rhum Agricole aus Martinique und Guadeloupe.
Beim Solera-Verfahren wird junger Rum nach und nach mit älterem in gestaffelten Fässern vermischt. Die Zahl auf dem Etikett nennt dann oft den ältesten Anteil, nicht das Durchschnittsalter. Ein „Solera 23“ ist also kein 23 Jahre alter Rum.
Seit 2021 darf Rum in der EU höchstens 20 g Zucker je Liter enthalten. Viele Rums im spanischen Stil schmecken trotzdem süßlich — durch Fass und Vanillenoten, manchmal auch durch Zucker bis zu dieser Grenze. Aromatisierte oder stärker gesüßte Abfüllungen heißen Spirituose auf Rumbasis; dazu gehört auch der Spiced Rum.
Jamaika-Rum ist berühmt für seinen Funk: reife Banane, Ananas, intensive Ester aus langer Gärung, oft mit Dunder. Rhum aus Martinique trägt eine eigene AOC und wird dort aus Zuckerrohrsaft gebrannt. Barbados verbindet Pot und Column Still zu ausgewogenen Blends.
Bei Zimmertemperatur im Tumbler oder Nosing-Glas, ohne Eis. Bei kräftigen Rums öffnet ein Tropfen Wasser die Aromen. Ein gereifter Rum passt gut zu dunkler Schokolade.
Für Mojito und Daiquiri ein heller, leichter Rum, für Mai Tai und Tiki-Drinks ein kräftiger aus Jamaika oder Guyana. Lang gereifte Rums sind im Cocktail meist zu schade — die trinkst du besser pur.
Rum verdirbt nicht. Gut verschlossen und stehend gelagert hält er über Jahre; ist die Flasche fast leer, verliert er über Monate langsam an Aroma.
Ein gereifter Rum im spanischen Stil, etwa aus der Dominikanischen Republik oder Panama: weich, rund, mit Noten von Vanille und Karamell. Rhum Agricole und Jamaika-Rum sind eigenwilliger — spannend, sobald du weißt, was du magst.
Overproof bezeichnet Rum mit deutlich mehr Alkohol als üblich, meist über 57 % vol. Er wird vor allem in Cocktails verwendet und pur nur in kleinen Schlucken getrunken.
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